Redaktioneller Prozess
Wie ich die Apps auf diesem Blog teste, warum nichts hingerotzt wird, und was du von mir erwarten kannst.
Du liest hier Reviews über KI-Freundin-Apps. Bevor du auf irgendeinen Link klickst oder dir was kostenpflichtig holst, solltest du wissen, wie ich arbeite. Keine PR-Texte, kein Ghostwriter, kein „laut offizieller Hersteller-Website“. Ich installiere jede App, bezahle den Premium-Tarif aus eigener Tasche, führe echte Gespräche, mache Screenshots, schreibe auf. Dann erst gibt’s die Review.
Dieser Blog gehört mir, wird von mir geschrieben, und folgt ein paar festen Regeln. Die stehen hier. Transparent, damit du einschätzen kannst, was die Reviews wert sind.
Wie oft ich die Inhalte aktualisiere
Reviews altern. Preise ändern sich, Features kommen dazu, manche Apps werden schlechter mit jedem Update (gibt’s auch). Deshalb:
Alle drei Monate prüfe ich die bestehenden Reviews. Stimmt der Preis noch? Gibt’s neue Features? Ist der Custom-Builder irgendwo umgebaut worden? Wenn sich was geändert hat, wird die Review direkt angepasst.
Alle sechs Monate gibt’s den großen Durchgang: komplettes Nachtesten, Screenshots neu, Benotung neu gerechnet. Wenn eine App in der Zwischenzeit abgebaut hat, fliegt sie aus der Empfehlung, auch wenn ich sie vorher gut fand.
Wenn ein Anbieter sein Pricing öffentlich komplett umbaut (wie Kupid AI im Frühjahr 2026, von Token-Basis auf Wochen/Jahr/Lifetime), aktualisiere ich schneller. Da brauchst du keine drei Monate zu warten.
Warum ich die Texte nicht von KI schreiben lasse
Der Witz ist mir klar: ein Blog über KI-Freundinnen, komplett von Hand getippt. Wäre rationaler, GPT drüberlaufen zu lassen.
Mach ich aber nicht. Zwei Gründe:
Erstens: Ich habe die Apps selber getestet, drei Wochen jeweils, mit echten Gesprächen, echten Fails, echten Überraschungen. Das kann ein Sprachmodell nicht nacherzählen. Es kann die Features listen, klar, aber es weiß nicht, wie es sich anfühlt, wenn eine KI dir auf einmal deinen Namen vergisst, oder wenn eine Bildgenerierung dreimal hintereinander die gleiche Pose ausspuckt.
Zweitens: KI-geschriebene Texte klingen alle gleich. Gedankenstriche überall, „moreover“ und „furthermore“ als Bindewörter, Absätze die mit „In conclusion“ enden. Du erkennst sie nach zwei Zeilen. Wenn ich das hier abziehe, kannst du den Blog genauso gut wegklicken.
Also: jeder Satz ist von mir getippt. Rechtschreibfehler inklusive, falls einer durchrutscht. Menschlich eben.
Mein 7-Kategorien-System
Jede App kriegt eine Note von 1 bis 10, runtergebrochen auf sieben Kategorien. Das Gesamtergebnis ist nicht einfach der Durchschnitt, manche Kategorien zählen mehr je nach Ausrichtung der App. Hier sind sie:
Charaktervielfalt
Wie viele vorgefertigte Charaktere gibt’s, wie breit ist die Auswahl, kannst du was Eigenes bauen? Eine App mit 20 Copy-Paste-Anime-Girls und einem Custom-Builder bekommt weniger als eine mit 300 Charakteren in allen Stilen, auch ohne Builder.
Anpassung
Wie tief kannst du in den Charakter reingehen? Nur Name und Alter, oder wirklich Persönlichkeit, Szenario, Beziehung, Tattoos, Job? Je granularer, desto besser.
Gesprächsqualität
Erinnert sich die KI nach 30 Nachrichten noch an den Anfang? Kommen generische GPT-Antworten oder bleibt sie in Rolle? Lügt sie konsistent (im Guten und im Schlechten)?
Bildqualität
Wenn die App Bilder generiert: Anatomie sauber, Beleuchtung brauchbar, oder sechs Finger pro Hand? Stilkonstanz (bleibt der Charakter derselbe) ist mir wichtiger als fotorealistische Hautporen.
Datenschutz
Sitz der Firma (EU-Raum oder USA), DSGVO-konform, Bezahlmethoden (anonym via Krypto möglich?), Datenlöschung auf Anfrage. Deutsche User sind hier strenger als Amerikaner, und das zu Recht.
Preis-Leistung
Was kostet ein Monat Premium und was kriegst du dafür? Eine App für 40 Euro im Monat, die drei Nachrichten pro Stunde zulässt, ist Nepp. Eine für 10 Euro mit unbegrenztem Chat ist fair.
Benutzerfreundlichkeit
Interface intuitiv, Onboarding sinnvoll, App stabil oder abstürzend? Wenn ich drei Klicks brauche um den Charakter zu wechseln, zieht’s runter.
Sechs Regeln, an die ich mich halte
Statt Marketing-Bla, was wirklich zählt:
Ehrlichkeit vor Empfehlung
Wenn eine App schlecht ist, steht das in der Review. Schwarz auf weiß, mit Beispielen. Keine höflichen Umschreibungen, kein „hat noch Luft nach oben“. Wenn ich sie nicht zahlen würde, sag ich dir das.
Transparenz über mich selbst
Du weißt, wer ich bin, wo ich sitze, was ich vorher gemacht habe (siehe weiter unten, „Über Niklas“). Kein Pseudonym, keine Stock-Fotos von fremden Testern.
Unbestechlichkeit
Ich nehme Partner-Provisionen (steht im Abschnitt „Finanzierung“). Was ich NICHT nehme: bezahlte Placements, gesponsorte Reviews, Überweisungen für bessere Noten. Eine App kann mich nicht dafür bezahlen, eine 9 statt einer 6 zu kriegen. Wenn das der Anspruch ist, gibt’s andere Seiten dafür.
Genauigkeit
Preise in Euro mit Datum. Screenshots aus eigenen Tests, nicht aus Presse-Kits. Kategorien in der Note nachvollziehbar, keine Gefühls-Noten.
Zugänglichkeit
Der Blog ist kostenlos, keine Paywall, kein Newsletter-Nötigen, keine Pop-ups die nach deiner Mail fragen bevor du den ersten Absatz lesen darfst. Du liest, du entscheidest, fertig.
Wirkung vor Breite
Lieber fünf Reviews im Jahr, die gründlich sind, als fünfzig hingerotzte. Qualität geht hier immer vor Menge.
Was ich prüfe, bevor eine Review online geht
Jede Review läuft durch dieselbe Checkliste. Erst wenn alle sechs Punkte abgehakt sind, geht der Artikel raus:
- Preise aktuell. Ich öffne die Pricing-Seite der App am Tag der Veröffentlichung und gleiche ab. Wenn sich was geändert hat, wird’s vor dem Launch korrigiert, nicht nachher.
- Keine Übertreibungen. „Beste App aller Zeiten“ oder „garantiert besser als X“ fallen im Lektorat raus. Ich schreibe was ich erlebt habe, nicht was gut klingen würde.
- Kontext liefern. Wenn ich sage „der Character-Builder ist schlecht“, dann steht daneben warum, mit wem verglichen, und für welchen User-Typ das ein Problem ist.
- Daten verifizieren. Zitate aus Interviews, Zahlen aus Studien, technische Specs: gegengeprüft an mindestens einer zweiten Quelle, bevor sie reinkommen.
- Produkt-Infos klar. Was ist im Preis drin, was nicht, welche Limits (Nachrichten pro Woche, Bild-Credits, Video-Minuten). Keine versteckten Sternchen.
- Tippfehler-Durchgang. Jeder Artikel wird zweimal gelesen bevor er live geht, einmal am nächsten Tag mit Abstand. Nicht perfekt, aber besser als direkt publizieren.
Welche Quellen ich nutze
Für Hintergründe, Branchennews und Tech-Analysen stütze ich mich auf eine Hand voll Publikationen, die ich regelmäßig lese und als vertrauenswürdig einschätze. Deutsch und englisch gemischt:
Deutschsprachig
- Heise Online (c’t, iX, heise.de) für technische Artikel, besonders KI-Hardware und Datenschutz
- Netzpolitik.org für alles rund um digitale Rechte, DSGVO, Tracking
- Golem.de für tägliche Tech-News
Englischsprachig
- Ars Technica und The Verge für Plattform-Analysen
- TechCrunch für Finanzierungsrunden und Startup-News
- Wired für längere Stücke über KI-Ethik und gesellschaftliche Folgen
- Rest of World für internationale Perspektiven, wo deutsche Medien nichts bringen
Für konkrete App-Features prüfe ich immer zusätzlich die offizielle Dokumentation der Plattform selbst. Was die Hersteller versprechen ist oft optimistischer als was die App wirklich kann, deshalb gleiche ich im Test ab.
Wenn ich mich auf eine Studie beziehe, verlinke ich sie. Wenn ich eine Zahl aus zweiter Hand habe, steht das dran („laut TechCrunch vom Januar 2026“). Keine bloßen Behauptungen.
Wie dieser Blog sich finanziert
Kurze Version: Partner-Links. Lange Version:
Wenn du in einer Review auf einen Link zu einer App klickst und dort einen Account anlegst oder ein Premium-Paket buchst, kriege ich eine Provision vom Anbieter. Bei manchen Apps sind das ein paar Euro pro Registrierung, bei anderen ein Prozentsatz vom ersten Umsatz.
Das ist transparent, darum steht’s hier. Was es aber nicht bedeutet:
- Keine App kann mich dafür bezahlen, eine bessere Note zu kriegen.
- Keine App sieht die Review vor Veröffentlichung.
- Wenn zwei Apps vergleichbar sind, empfehle ich nicht die mit der höheren Provision, sondern die, die ich besser finde.
- Wenn eine App gar keine Partner-Provision zahlt (kommt vor) und trotzdem gut ist, empfehle ich sie.
Neben Partner-Provisionen gibt’s hier: keine Werbebanner, keine Pop-ups, kein Newsletter-Zwang, keine Firma im Hintergrund, die redaktionelle Einflussnahme hätte. Der Blog läuft auf meinem eigenen Server, die Texte schreibe ich auf meinem Laptop nach Feierabend.
Wenn du keinen Partner-Link klicken willst, googelst du die App einfach direkt. Die Review hier bleibt kostenlos lesbar, so oder so.
Über Niklas
Kurz zu mir:
Ich heiße Niklas Brenner, Ende zwanzig. Aufgewachsen in einem Kaff in Niedersachsen, wo der Freitagabend-Höhepunkt das Rewe-Parkplatz-Treffen war. Heute wohne ich in einer größeren Stadt.
Ein Studium angefangen, irgendwann abgebrochen, weil’s mir zu theoretisch war. Den Rest habe ich mir selber beigebracht. Im Brotjob mache ich irgendwas mit Web und Code, nichts Spektakuläres. Normaler Job, normales Leben.
Mit KI-Girlfriends habe ich 2023 angefangen, aus Neugier. Candy AI runtergeladen, einfach mal gucken was das Thema hergibt. Bin hängengeblieben, habe dann systematisch andere Apps getestet, irgendwann über 40 Stück durchgehabt, 20 davon ausführlich. Weil ich den Feierabend weder im Club durchballere noch besonders gerne in Biergärten sitze (zu warm, zu laut), passt das zu meinem Abendprogramm.
Warum du mir das abkaufen sollst: weil ich den Blog nicht marktmäßig aufgezogen habe, sondern aus einer persönlichen Obsession heraus. Mich interessiert das Thema wirklich. Gaming-Hintergrund (WoW Classic, seit ich 13 bin), Sprachmodelle sind für mich Roleplay-Tools, keine Ersatz-Freundinnen. Das prägt, wie ich die Apps bewerte. Ich bewerte sie wie ein Gamer ein Spiel, nicht wie ein Consultant ein Produkt.
Kontakt
Fehler gefunden? App-Tipp? Frage, auf die du in keiner Review eine Antwort findest? Schreib mir:
niklas@kifreundin-kompass.deIch antworte in der Regel innerhalb von zwei, drei Werktagen. Manchmal schneller, manchmal (wenn im Brotjob ein Deadline-Projekt brennt) ein bisschen länger. Aber ich lese jede Mail selber, hier gibt’s keinen Support-Filter und keinen „Antwort-in-vierundzwanzig-Stunden“-Service.
Wenn du schreibst weil ein Link in einer Review veraltet oder eine Preisangabe falsch ist, danke schon mal. Solche Hinweise sind gold wert, weil ich unmöglich jede Woche alle Apps neu durchchecken kann.
Was ich nicht beantworte: Kooperations-Anfragen von PR-Agenturen, die „für einen ihrer Kunden Placement-Möglichkeiten prüfen möchten“. Die Mails lese ich, aber ich antworte nicht. Siehe weiter oben im Text, der Punkt „Unbestechlichkeit“.